Goethe-Gymnasium Freiburg

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Eingang 1Im KZ Natzweiler-Struthof - Geschichte vor Ort

Am 14.06.2018 unternahmen alle drei neunten Klassen mit ihren Geschichtslehrern Frau Dilly-Asal, Herrn Dietrich und Herrn Mengdehl-Schmidt eine lehrreiche Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass, unweit von Straßburg.

 


Nachdem das Thema Nationalsozialismus bereits Gegenstand des Unterrichts war, sollte dieser Ort nationalsozialistischen Unrechts das Gelernte noch einmal nachhaltig verdeutlichen.
In dem 1941 errichteten Lager mit seinen zahlreichen Nebenlagern mussten insgesamt etwa 52.000 meist politisch Deportierte unter unmenschlichen Bedingungen körperliche Schwerstarbeit leisten. Im Hauptlager selbst wurden zudem politische Häftlinge auch aus anderen Lagern exekutiert und grausame medizinische Experimente durchgeführt. Der jüngste Häftling war 11 Jahre alt, der älteste 78. 22.000 Menschen wurden in diesem Lager ermordet.
Unsere Exkursion vor Ort begann am Bahnhof von Rothau, etwa 8km vom Lager entfernt, und damit genau dort, wo auch die Deportierten ankamen. So wollten wir ihren Weg nachvollziehen.
Auf der Straße, welche die Häftlinge selbst hatten errichten müssen, fuhren wir zur Gaskammer. Hier wurden keine Massenvergasungen vorgenommen, wie in anderen Lagern, sondern es wurde mit Gas experimentiert und es wurden ganz gezielt bestimmte Gruppen ermordet. So zum Beispiel eine Gruppe von 86 jüdischen Männern und Frauen aus Auschwitz, deren Leichen für die anthropologische Sammlung der Universität Straßburg bestimmt waren. Ein Gedenkstein neben der Gaskammer erinnert heute an dieses spezielle Verbrechen und nennt alle 86 Namen. Erst vor einigen Jahren konnten alle 86 Opfer identifiziert werden.
Im Lager selbst machten verschieden Überreste Alltag und Leid der Häftlinge deutlich. Wir konnten das Eingangstor durchschreiten, erhaltene Baracken und den Gefängnisblock betreten, den Galgen, die Appellplätze, Bettgestelle, eine Folterbank, einen Seziertisch für medizinische Experimente und das Krematorium besichtigen. Von Häftlingen im Lager gemalte Bilder und ihre Berichte vermochten es, uns die Vergangenheit zu vergegenwärtigen.  

Die gelungene Exkursion war eine Bereicherung nicht nur für den Geschichtsunterricht. Betroffen und nachdenklich sind wir zurückgekehrt.

Eingang-1
Mahnmal
Galgen-2
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